02689 / 958434

Farben für die Website: Erlernte Farbcodes

Farben haben für uns Bedeutungen: emotionale, persönliche, aber auch kulturell und gesellschaftlich erlernte. Wir wissen mittlerweile, dass die Farbe der Trauer z.B. keinesfalls überall Schwarz ist, dass Rot aber eigentlich immer als Signalfarbe für Gefahren verwendet wird. Da Farben aber stets auch eine Bedeutung mit sich tragen, ist die sorgfältige Wahl der Farben für die eigene Website wichtig.

Inhaltsverzeichnis:

Die Bedeutung von Farben

Dass wir mit bestimmten Farben bestimmte Dinge oder auch Emotionen assoziieren, ist bekannt. Auch, wie sie sich auf die Wahrnehmung von Unternehmen und Marken auswirken. Anwälte, Steuerberater, Banken – oft verwenden sie ein beruhigendes, sachliches Blau.

Auch erdige Farben vermitteln Vertrauen und Bodenhaftung. Rot hingegen soll dynamisch wirken, tatkräftig. Weiß steht für Reinheit und Klarheit. Die Wahl der Farben für eine Website oder auch ein Logo, kann daher mitunter etwas tricky sein. Denn es sind nicht nur die Grundrichtungen; wir haben es tagtäglich mit Farben zu tun, die für uns in einem bestimmten Kontext eine bestimmte Bedeutung haben – erlernte Farben eben.

Rot zum Beispiel:

  • Der rote Sportwagen steht für Dynamik.
  • Das rote Verkehrsschild für Gefahr.
  • Rote Rosen hingegen stehen für Romantik.
  • Und rote Schokolade? Na, welche Schokosorte hat eine rote Verpackung?

Schwere Farbwahl dank erlernter Farb-Codes

Aktuell entwickeln wir ein Corporate Design für ein Unternehmen, das im weitesten Sinne mit Lebensmittel und Genuss zu tun hat. Ein Projekt, das viel Spaß macht, denn gutes Essen geht ja irgendwie immer, oder?

Zum Corporate Design gehört auch ein Farbschema, mit dem verschiedene Produktkategorien unterschieden werden sollen. Und es ist unglaublich schwer.

Warum? Weil wir gerade im Lebensmittel-Bereich unglaublich viele, teilweise natürlich hergeleitete, teilweise aber auch erlernte Farbcodes haben: Grüner Ketchup konnte sich nicht durchsetzen. Warum? Weil unreife Früchte grün sind. Grün wird aus genau dem Grund auch oft mit „sauer“ assoziiert. Rot hingegen sind reife, süße Früchte – allerdings auch reife Chillis, die zwar irgendwie auch aromatisch und süß sind, aber eben auch verdammt scharf. Rot steht sowohl für Süßes, wie auch für Scharfes – der Kontext macht es. So wird das Dilemma der Farben rund um das Thema Essen und Trinken ein wenig klarer.

Die Sache mit der Schokolade

Gehen wir weiter und schauen uns Milch an - dunkelblaue Milchverpackungen enthalten in der Regel Vollmilch, während die hellblauen die halbfette Milch enthalten. Dreht ein Hersteller ein bisschen am Farbton oder hält sich plötzlich nicht mehr daran, greifen wir schon mal zur falschen Milchsorte. Aber warum zum Henker ist Milch überhaupt „blau“? Kühe sind es nicht, die Milch an sich ist es nicht – an diesem Blau ist nichts, was mit einem natürlichen Lebensmittel assoziiert werden kann.

Oder? Blau ist kalt, frisch, in gewisser Weise auch „sauber“ – all das, was wir von unserer Milch gerne hätten. Und so haben wir gelernt, dass Blau für Milch steht (wenn der Kontext passt). Wo aber könnte der Kontext besser passen, als bei Schokolade? Vollmilch-Schokolade hat folglich eine Verpackung, die BLAU ist.

Aber auch andere Farben stehen bei Schokolade für bestimmt Sorten. Nuss-Schokolade ist Grün. Außer es handelt sich um Rum-Traube-Nuss – dann ist sie rot mit einem leichten Stich in Lilafarbene. Pfefferminz ist mintfarben (warum auch immer die Farbe „mint“ heißt, denn Minzpflanzen sind sattgrün…). Nougat ist dunkelblau bis lilafarben. Außer es ist Nougatkrokant, dann ist es golden. Bitterschokolade ist je nachdem, ob halb-, zart- oder vollbitter rot bis bordaux-farben.

Schokolade ist da natürlich nur ein Beispiel von vielen – und tatsächlich versuchen auch immer mehr Hersteller, sich von solchen erlernten Farb-Schemata zu lösen und verpassen ihren Produkten ein knallhartes CD-Branding. Ob das immer gut ist, lässt sich schwer sagen. Natürlich erhöht das Produkt im farblichen Corporate Design den Wiedererkennungswert. Auf der anderen Seite macht es aber Käufern das „Zugreifen“ schwerer. Deswegen kann eine bestimmte Schokoladen-Marke auch gnadenlos den oben beschriebenen, erlernten Farbcode nutzen: Ihr Corporate Design fällt anders auf: durch die spezielle, quadratische Form, die kein anderer Hersteller verwendet. Doppelt klug also: Auf Erlerntes bauen und gleichzeitig unverwechselbar sein.

Hier unsere Schoko-Infografik (mit Klick vergrößern)

 farben schoko pinterest thumb

Die richtigen Farben für die eigene Website finden

Farben im Netz sind durchaus auch Modeerscheinungen. Die „richtigen“ Farben für eine Website gibt es also nicht. Gibt es bereits ein Corporate Design im Unternehmen, sollte sich dieses natürlich auch farblich auf der Website widerspiegeln – ansonsten gilt bei Farben für Webseiten: Nicht die Augen überanstrengen! Das gilt sowohl bei allzu krassen Farben oder Farbwechseln, aber auch bei zu wenig Kontrast beispielsweise zwischen Text und Hintergrund. Prinzipiell ist es so, dass der beliebte und als stylisch empfundene weiße Text auf dunklem Hintergrund sehr anstrengend für die Augen ist. Geht man aber davon aus, dass die eigene Website am ehestens abends, auf dem Sofa oder gar im Bett angeschaut wird, bieten sich dunkle Hintergründe wiederum an, da diese dann nicht so grell am Handy strahlen. Wie bei vielen Marketing-Entscheidungen ist die richtige Farbwahl immer eine Frage des Ziels, der Zielgruppe und des eigenen Auftretens.

Übrigens: Monitorfarben sind nicht überall gleich! Nur ein entsprechend kalibrierter Monitor ermöglicht eine „echte“ Farbwiedergabe. Die meisten Monitore sind aber eben nicht entsprechend kalibriert, so dass Farben von Gerät zu Gerät unterschiedlich aussehen können! Besonders ins Auge fällt das bei Grauabstufungen: Manchmal wirken sie rosa…

Wer mehr zur richtigen Farbwahl erfahren möchte, kann sich gerne an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wenden.