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Content, Storytelling, Seifenopern

Warum eigentlich gibt es Seifenopern und was genau haben die mit der eigenen Website oder dem eigenen Social Media – Auftritt zu tun? Das Geheimnis liegt im Zweck der Daily oder Weekly Soaps. Wir verraten mal so viel: Um Unterhaltung geht es eigentlich nicht.

Inhaltsverzeichnis:

Warum gibt es eigentlich Seifenopern?

Und wieso heißten sie so? Nun, eigentlich ist es ganz einfach: Die Seifenopern wurden erfunden, um Hausfrauen Seife zu verkaufen. Naja, fast. Die erste „Seifenoper“ war „Betty and Bob“. Sie lief in den frühen 1930ern im Radio. Jawoll… im Radio. Und warum? Hausfrauen sollten die Frühstücksflocken des Sponsors General Mills in Werbeblöcken während dieser Daytime Serials schmackhaft gemacht werden. Streng genommen ist die Seifenoper also keine Soap Opera, sondern eine Cereal Opera.

Der Waschmittel- und Seifenhersteller Procter & Gamble zog aber schon kurze Zeit später mit der Serie „Ma Perkins“ nach. Ebenfalls im Radio – und damit war eben die Seifenoper geboren. (Im Fernsehen ging es erst 1946 los).

1940 gab es schließlich täglich 64 Radio-Soaps. Die am längsten ausgestrahlte Soap (erst Radio, dann TV) ist übrigens Springfield Story (org. The Guiding Light), die von 1937 – 2009 (ab 1952 im TV) ausgestrahlt wurde. 72 Jahre.

Content, der um die Werbung herum gebaut wird

72 Jahre Geschichten, die nur einem einzigen Zweck dienten: Produkte zu verkaufen bzw. Werbung zu schalten. Das gilt natürlich nicht nur für Seifenopern, auch für andere Serien, Telenovelas, Doku-Reihen oder Filme. Wir möchten zwar glauben, dass sie zu unserer Unterhaltung produziert werden und einen künstlerischen Anspruch verfolgen, aber eigentlich wissen wir: Es geht nicht um die Kunst.

Wäre es so, würde man, wie im Museum oder der Kunstausstellung, „Eintritt“ verlangen (so wie es bei diversen Streaming-Anbietern ja der Fall ist). Statt dessen wird das meiste, was wir zu sehen oder hören bekommen jedoch einzig und allein durch Werbung finanziert. Oder auch um die Werbeblöcke, die für die Sender die Einnahmequelle sind, herumgebastelt.

All unsere Lieblingsserien, Lieblingsfilme und – sendungen sind also letztlich nichts anderes, als Content, der erstellt wurde, um uns empfänglicher für die zwischendurch angebotenen Produkte zu machen.

Social Media, Content und Werbung

Trotzdem ist es immer wieder so, dass Unternehmen soziale Netzwerke mit Litfasssäulen verwechseln und Werbung an Werbung, Anzeige an Anzeige reihen, ohne dabei die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe im Geringsten zu berücksichtigen.

Social Media ist letztlich nichts anderes, als eine moderne Form der Seifenoper. Es braucht viel und regelmäßigen Content, um die Leute bei der Stange und aufmerksam zu halten. Sie wollen unterhalten werden, informiert, sie wollen Spaß haben und vielleicht auch manchmal mitfiebern.

Sie wollen aber eben nicht eine TV-Shopping Dauerwerbesendung erleben.

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